KI im Unternehmen: Erst der Prozess, dann das Tool
Wenn ein Team über KI spricht, landet das Gespräch schnell bei konkreten Anwendungen: Welches Modell kann Texte zusammenfassen? Welcher Assistent beantwortet Fragen? Welche Aufgabe lässt sich automatisieren?
Die wichtigere Frage liegt oft davor: Wie läuft die Arbeit heute tatsächlich ab? Wo entstehen Verzögerungen, Medienbrüche oder wiederkehrende Rückfragen? Und woran würde das Team erkennen, dass eine Veränderung wirklich hilft?
Den Ablauf sichtbar machen
Ein einfacher Prozessüberblick schafft eine bessere Entscheidungsgrundlage als eine lange Wunschliste an Tools. Dazu gehören die beteiligten Rollen, vorhandene Informationen, Entscheidungspunkte und Ausnahmen. Gerade die Ausnahmen zeigen, ob eine Automatisierung robust genug wäre.
Erst mit diesem Bild lässt sich prüfen, ob KI einen sinnvollen Beitrag leisten kann – etwa beim Sortieren unstrukturierter Eingaben oder beim Vorbereiten eines Entwurfs. Verbindliche Entscheidungen und die Verantwortung dafür bleiben klar zugeordnet.
Klein anfangen, Wirkung prüfen
Ein begrenzter Pilot mit transparenten Kriterien macht Nutzen und Grenzen sichtbar. Dazu zählen Qualität, Zeitaufwand, Nacharbeit, Datenschutz und die Akzeptanz der Menschen, die mit dem Ergebnis arbeiten. Funktioniert der Ansatz nicht zuverlässig, ist auch das ein wertvolles Ergebnis.
Der Startpunkt ist meist nicht die Tool-Auswahl. Zuerst beschreiben wir gemeinsam den Arbeitsablauf und das konkrete Problem.